Gehirnerschütterungen im Sport

Gehirnerschütterungen im Sport. Zum Blog Beitrag

01. März 2020

Das Thema Gehirnerschütterungen wird nicht nur aktuell in der Sportmedizin diskutiert, es ist schon längere Zeit ein Problem von Fußballern, Eishockeyspielern oder American Football Spielern.

In diesem Zusammenhang wurden 111 Gehirne von ehemaligen, verstorbenen NFL-Spielern untersucht und bei 110 die schwere Gehirnerkrankung CTE (Chronisch Traumatische Enzephalopathie) festgestellt (Mez et al., 2017).

Nach wie vor wird es aber in der gängigen Praxis doch eher unterschätzt und viele leichte Gehirnerschütterungen bleiben sogar ohne Diagnose. Vor allem im Amateursport, wo es sehr häufig an einer medizinischen Betreuung fehlt – geschweige denn einer neurologischen – sind z.B. Fußballer, Handballer oder auch Kampfsportler den Risikofaktoren mehrfach in der Woche ausgesetzt.

Welche Symptome und Auswirkungen können Gehirnerschütterungen haben?

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schwindel
  • Bewegungs- oder Gleichgewichtsstörungen
  • Koordinationsstörungen
  • Seh- oder Hörstörungen
  • Müdigkeit, schnelle Erschöpfbarkeit
  • Licht- oder Geräuschempfindlichkeit

Die Gefahr, dass bei einer unbehandelten Gehirnerschütterung eine Gehirnblutung entsteht, ist in den ersten 2 Tagen nach Eintreten deutlich erhöht und eine weitere Gehirnverletzung ist um das vier- bis sechsfache wahrscheinlicher.

Eine Gehirnerschütterung kann, muss aber nicht körperliche, psychische und neuro-kognitive Folgen nach sich ziehen. Der Prozess der Diagnosestellung und weiteren Behandlungsplanung ist daher interdisziplinär. Zunächst muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Ist eine Diagnose „Gehirnerschütterung“ gestellt, sollte nach den Handlungsempfehlungen „Leichtes Schädel-Hirn-Trauma im Sport“ (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2015) frühzeitig eine neuro-psychologische Konsultation erfolgen.

Studie CTE: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2645104

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